Amazonien – für ein gutes Leben für alle.

2019-07-30 12:05

Weltkirche.tagung 2019

Die Vorträge der diesjährigen weltkirche.tagung hatten alle mit der kommenden Amazoniensynode im Oktober zu tun. Sr. Aline Silva dos Santos berichtete von den beeindruckenden Vorarbeiten zum Arbeitspapier der Synode. Tausende Menschen im Amazonasgebiet bildeten Arbeitsgruppen, bestimmten Vertreter, nahmen lange beschwerliche Wege auf sich, um zu den Treffen zu kommen. Sr. Aline setzt sich für ein wachsendes ökologisches Bewusstsein und für die Stärkung der indigenen Bevölkerung ein.

Pastoraltheologe und Combonimissionar P. Franz Weber fasste für uns die synodalen Arbeitspapiere zusammen und hofft auf Erneuerungen in der katholischen Kirche. Er erzählte von seinen Erfahrungen in Brasilien, von Gemeinden, die nie Messe feiern können, weil sie so entlegen liegen, dass kein Priester vorbeikommt. Zwei Drittel der Gemeinden im Amazonasgebiet werden von Frauen gleitet. Hier gilt es, neue, durchaus mutige Wege zu finden, um die Feier der Eucharistie für alle Gemeindemitglieder zugängig zu machen. Gleichberechtigung von Mann und Frau in der katholischen Kirche war ein Thema, sowie das Sakrament der Eheschließung und der Weihe, die sich für P. Weber theologisch nicht im Weg stehen.

Der letzte Vortrag kam von der missionsärztlichen Sr. Birgit Weiler. Sie berichtete von der Kosmologie der indigenen Bevölkerung Perus, als mögliches Beispiel eines guten Lebens für alle. Hinhören auf die Völker Lateinamerikas entscheidet über den Erfolg der Amazoniensynode und schenkt uns und unserer Mitwelt neue Denkansätze. Ein gutes Leben für alle - anstelle von Gier nach Erfolg, Profit und Wirtschaftswachstum um jeden Preis.

Wie jedes Jahr war die weltkirche.tagung ein Treffen mit lieben Freunden und Bekannten. Die Themen inspirierten und machten nachdenklich. Besonders die Eucharistiefeier war sehr stimmungsvoll und schenkte Hoffnung auf ein gutes Leben für alle.

Die Erwartungen an die Amazoniensynode sind hoch. Hören wir denen zu, die erstmals gefragt wurden und an den Rändern der Gesellschaft zu finden sind. Es lohnt sich.

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