Globaler Krise mit globaler Solidarität begegnen

2020-06-26 10:25

Webinar Globale Krise – Globale Kirche. Vergessen wir die Welt nicht, die außerhalb unserer Grenzen liegt.

Um weltweite Herausforderungen wie die Corona-Krise zu bewältigen, bedürfe es gemeinsamer Anstrengungen nach dem Prinzip „think global, act local“ (global denken, lokal handeln), betonte Erzbischof Cornelio. Von der Pandemie sei jeder betroffen, egal ob arm oder reich, egal welcher Religion er oder sie angehöre. „Wir sind alle Schwestern und Brüder.“
Auch heute, da die Welt ein globales Dorf sei, brauche es die mit bestimmten Orten verbundene Identität. Unser Denken dürfe sich aber nicht darauf beschränken. „Wir müssen dort helfen, wo Not herrscht und solidarisch mit den Armen sein, die sich nicht selbst helfen können.“ Sich als „Weltbürger“ zu verstehen, bedeute, allen Menschen – unabhängig von Nation, Ethnie, Sprache, sozialer Stellung und Religion – respektvoll zu begegnen. Der Steyler Missionar appellierte an die Menschen in Europa, „nicht auf die Welt außerhalb ihres Landes zu vergessen“.
Für die katholische Kirche Indiens gehöre die Verteidigung der Menschenrechte zu den vordringlichen Aufgaben, betonte Bischof Cornelio. Gedeckt sei dieser Einsatz von der indischen Verfassung, „in der klar steht, dass jeder die Freiheit hat, seine eigene Religion auszuüben“. Die Kirche unterstütze Trainings von Menschenrechtsaktivisten, Englischkurse für Jugendliche und fördere die bewusste Weitergabe von Werten in den kirchlichen Schulen.

Bei dem Webinar „Globale Krise – Globale Kirche“ kam neben Erzbischof Cornelio auch der aus Beirut zugeschaltete Jesuitenpater Daniel J. Corrou zu Wort. Der Regionalleiter für den Mittleren Osten und Nordafrika beim Jesuiten-Flüchtlingsdienst JRS berichtete über die Auswirkungen von COVID-19 im Libanon und informierte über JRS-Projekte im Nordirak, in denen von Krieg und Genozid gezeichnete Christen, Muslime und Jesiden psychologische Unterstützung bekommen. Eine Vertreter der Christlichen ArbeiterInnenjugend auf den Philippinen sowie das Vikariat Soddo in Äthiopien sandten Videobotschaften.
Das Online-Seminar diente als Ersatzprogramm für die diesjährige „weltkirche.tagung, die wegen der Corona-Pandemie auf 2021 verschoben werden musste. Sie wurde von der Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz für Entwicklung und Mission (KOO), den Ordensgemeinschaften und der Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft (MIVA) organisiert.

Text: Ursula Mauritz Foto: Susanne Pell

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