Ostern – Alles wird gut!

2020-04-04 21:05

Sr. Maria Chiara Ellecosta berichtet aus Rumänien.

Ich sende Euch allen hoffnungsvolle Grüße aus Roman! Was wir alle weltweit erfahren ist sehr traurig, ja dramatisch! Das Corona-Virus hat unsere menschliche Existenz auf dem Kopf gestellt, tiefe Unsicherheit, Angst, Zweifel und Einsamkeit hervorgerufen. Mehr als sonst wird uns in dieser Zeit bewusst, dass wir alle im gleichen Boot sitzen, einander brauchen und füreinander verantwortlich sind, und vielleicht mehr als sonst beten wir miteinander, glauben und hoffen...

Während die Natur rund um die Fülle ihres Lebens in den blühenden Bäumen und im Grünen der Wiesen voll entfaltet, sind wir Schwestern hier in Roman, schon die dritte Woche im Haus. Wie Millionen Menschen mussten auch wir in dieser Krisenzeit unsere Aktivitäten draußen einstellen und unseren Tagesrhythmus ändern. In unserer stillen Anbetungsstunde, die wir jeden Abend halten, sind wir weltweit missionarisch mit den vielen Menschen, die während dieser Zeit, Tag und Nacht, sei es in ihrem Dienst für die anderen, oder am Kranken- oder Sterbebett gefesselt sind und besonders Schweres zu bewältigen haben, im Geiste Jesu verbunden.

Als ich der kleinen Alina erzählte, dass die Schule für eine Zeit lang geschlossen werden muss, bedauerte sie das sehr: „Wie schade, ich werde sie vermissen, ich gehe gerne in die Schule.“ – Auch ich vermisse meine wöchentliche Begegnung mit den Kindern und frage mich oft, was werden sie in dieser vakanten Schulzeit tun? Die Schulzeit ist für alle Rroma Kinder, die zur „Fundația Pacea“ kommen, ein Ort, wo sie täglich für einige Stunden gut aufgehoben sind, lernen können, etwas zu Essen bekommen und vor allem wo sie miteinander ein anderes Umfeld erleben dürfen als daheim.

Schon vor längerer Zeit erzählte mir Roxana, eine junge Mutter, dass sie ihr Wohnzimmer aufräumen und ausweisseln will. Als das nach einigen Wochen gelungen war, lud sie mich mit ihren strahlenden Augen ein, ihr Wohnzimmer zu besichtigen. Es war ganz anders als davor. Die Betten und der einzige Kasten, den Roxana mit ihren sieben Kindern hat, wurden umgestellt. Es war heller und die Sonne strahlte durchs Fenster und erhellte den sonst eher dunklen Raum. Ich gratulierte ihr und freute mich mit ihr, über die gelungene Arbeit!
Alle diese kleine Alltagszeichen, die ich im Olympiadorf nicht als selbstverständlich erfahre, erfüllen mich mit Hoffnung und Freude und mit Zuversicht, dass diese Rromafamilien am Rande unserer Stadt ausgesetzt, fähig werden, Schritt für Schritt, ihr Leben zum Wohle ihrer Familien, kreativer und würdevoller zu gestalten.

Liebe Mitschwestern, liebe Missionsfreunde, „alles wird gut“!
Diese hoffnungsvollen Worte hörte ich zum ersten Mal in dieser Pandemiezeit von Kindern aus Italien in einem Lied singen. Ich habe sie mit Ostern verbunden. „Alles wird gut“, das hat uns Jesus am tiefsten und am beispielhaftesten in seinem Leben, in seiner Hingabe, in seinem Sterben und Auferstehen gezeigt. Möge uns Jesu Leben und Lieben, das wir in der kommenden Heiligen Woche heuer ganz anders als gewohnt feiern, die Sehnsucht dieser Worte mit einer neuen vertrauens- und lebensspendenden Auferstehungserfahrung erfüllen!-Seine unergründliche Liebe lebt, auch heute - „alles wird gut“!

Mit diesem hoffnungsvollen Osterwunsch grüße ich Euch alle mit einem dankbaren Herzen für all Eure missionarische Unterstützung, mit der Ihr uns immer wieder beschenkt!

Eure Sr. Maria Chiara Ellecosta, SSpS
    

Bild: (SSpS)

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