präsent. relevant. wirksam. für ein gutes Leben aller – Missionstag - online

2021-11-30 11:05

Widerstand und Brückenbauen (#otag21) Wenn Christ*innen gesellschaftlich Position beziehen.

Im Rahmen der Herbsttagung der Ordensgemeinschaften Österreich fand auch der Missionstag online statt.

Den ersten Vortrag hielt Universitätsprofessorin Regina Polak vom Institut für praktische Theologie an der Universität Wien (Bild) zum Thema „Unsere Gesellschaft ist gespalten.“  Kirche muss sich als Teil der Zivilgesellschaft für die Marginalisierten und für eine gerechte Gesellschaft einsetzen, die eigenen Türen öffnen, selbst aktiv werden, denn: „Nur reden ist zu wenig.“

Otto Neubauer, der Leiter der Akademie für Dialog und Evangelisation referierte über die „Kunst, Brücken zu bauen und Dialog zu ermöglichen.“  Aus seinen Dialog-Erfahrungen entstanden folgende Leitsätze:

Jeder Mensch verdient unsere Achtung.
Die/der Andere hat etwas Wertvolles zu sagen.
Wir trauen der/dem Anderen unsere Meinung, unsere Botschaft, zu.
Wir wollen die/den Anderen herzlich aufnehmen.
Zuallererst wollen wir zuhören.
Wir stellen uns den gesellschaftlichen Herausforderungen und existenziellen Fragen.
Wir öffnen uns für Inspirationen, bewusst auch den christlichen Quellen.
Im Disput möchten wir die Meinung der/des Anderen lieber ‚retten‘.
Aufkommende Aggressionen wollen wir ernst nehmen.
Wir sind bereit, unsere Vorurteile immer wieder aufs Neue abzubauen.
 
Und das Resümee der vielen Dialog-Erfahrungen: Wir treffen Menschen. Wir brauchen einander.
 

Laura Plochberger, Koordinatorin der Arbeitsgemeinschaft „ausserordentlich“ stellte den internationalen Freiwilligendienst der Ordensgemeinschaften vor, sowie die Aktionen und Projekte des vergangenen Jahres. Die Steyler Missionsschwestern sind mit MAZ und MBB dabei.

Anja Appel, Leiterin der KOO, berichtete von der weltkirche.tagung und von der „Aktionsplattform Laudato Si“.

Im letzten Vortrag der Tagung sprach Ksoe-Direktor Markus Schlagnitweit zum Thema „Staatsräson und Widerstand. Christliche Positionierung in einer pluralen Gesellschaft. Nach einer rechtsphilosophischen Definition, brachte er das Thema mit Mt. 5,12 auf den Punkt. Wir sind das „Salz der Erde“. Konflikte müssen ausgetragen werden, auch innerkirchliche. Wir können dem, der Unrecht begeht, die Suppe versalzen. Andererseits dürfen wir aber nicht vergessen, dass wir nur das Salz sind, nicht die Speise.

 

Foto: (c) Ordensgemeinschaften

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