Rumänien: Lebensmittelpakete, Osterfreude und eine besonders schöne Zeichnung

2021-05-11 11:24

Sr. Maria Chiara schickt österliche Grüße

Um vielen benachteiligten Familien hier in der Stadt und Armen und Kranken in einigen Dörfern das Osterfest Anfang Mai spürbar werden zu lassen, hat das orthodoxe Priesterehepaar Anca und Mihai Popovici mit ihren freiwilligen Helferinnen gut gefüllte Lebensmittelpakete verteilt.

Frau Anca und Pr. Mihai haben vor ca. 30 Jahren ihre Stiftung „Lubireși Speranța“ (Liebe und Hoffnung) gegründet, um Arme, Kranke und vor allem Kinder aus schwierigen familiären Verhältnissen zu unterstützen.

Sehr am Herzen liegt ihnen die Erziehung und die Schulbildung der Roma-Kinder, die meistens mit ihren Familien am Rande der Stadt - oft in sehr miserablen Wohnverhältnissen leben. Leider ist der Nachhilfeunterricht, zu dem regelmäßig 40 Roma-Kinder ins Sozialzentrum „Lubire și Speranța‘‘ kamen, aufgrund der Pandemie immer noch eingestellt. Das ist wirklich sehr traurig, weil den Kindern etwas Wesentliches für ihre Bildung und Entwicklung fehlt.

Wie ich bereits im Weihnachtsbrief erzählt habe, teilen wir weiter mit Fam. Popovici einen Teil der Unterstützung, die wir von Euch so treu erhalten. Unserem Dank schliessen auch sie sich an und gemeinsam danken wir Euch von Herzen für Eure großzügige finanzielle Hilfe, die vielen Familien, alten und kranken Menschen zugute kommt. Gerade jetzt zum Osterfest bedeutet das für sie etwas Erleichterung in ihren alltäglichen Sorgen, wenn das Nötige zum Leben und Feiern fehlt.

Der Herr möge es Euch allen vielfach lohnen!

Nach wie vor gehe ich jeden Tag zur „Fundatia Pacea“, um den Kindern während des Unterrichts beim Lernen zu helfen. Diese Stiftung gehört dem Franziskanernorden. Ihr Ziel ist ebenso die Erziehung, Bildung und Integration der Roma-Kinder und Familien.

Das Lehrpersonal, die Kindergärtnerinnen und ein Lehrer, der die erste Klasse mit 20 Kindern unterrichtet, bemühen sich sehr, die Kinder fürs Lernen zu motivieren. Da ist viel Geduld, Verständnis und Zuneigung vom Lehrpersonal gefragt. Wenn wir um die familiäre Situation der Kinder wissen, lässt sich manches erklären.

Sehr schön für mich ist, wenn ich bei besonders lernschwachen Kindern kleine Erfolge erlebe. Eines Tages ging eines von ihnen nicht in die Pause, sondern blieb in der Klasse. Ich fragte Martin, warum er nicht in die Pause geht. Er sagte mir: „Ich bleibe da, weil ich mehr lernen will“. Nicoleta sagte, sie möchte Lehrerin werden. Madalin, der sich sehr schwertut, wollte seinen Namen schreiben lernen. Der kleine Cristi, der besonders lebendig ist und während des Unterrichts kaum ruhig sitzen kann, hat am letzten Schultag vor den Osterferien die schönste Osterzeichnung gemalt. Der Lehrer hat ihn sehr gelobt und die Zeichnung an die Wand gehängt. Da war der kleine Cristi sehr stolz und froh.

Eine besondere Freude war es für die Kinder, selbst Ostereier zu färben und diese mit nach Hause zu nehmen. Sie bekamen auch ihre selbst gebastelte Osterkerze für das Licht der Osternacht mit. So möge das Licht des Auferstandenen, das die Kinder in der Osternacht nach Hause brachten, in ihren Familien leuchten!

Liebe Freunde unserer Mission, von Herzen wünsche ich Euch allen - auch im Namen meiner Mitschwestern, noch eine gesegnete Osterzeit. „ER ist gestorben, um Leben zu geben, ein Leben voller Liebe, aus dem unsere Hoffung kommt“, so Papst Franziskus. Der Auferstandene, lädt uns ein, uns von Seinem Leben voller Liebe erfüllen zu lassen und wo immer wir auch sind, für den Dienst und die Entfaltung des Lebens eines jeden Menschen in Dankbarkeit und Achtsamkeit hoffnungsvoll mitzuwirken.

„CRISTOS A ÎNVIAT“- „CHRISTUS IST AUFERSTANDEN“, so lautet der österliche Gruß in Rumänien. „ADEVĂRAT A ÎNVIAT!“, „ER IST WAHRHAFT AUFERSTANDEN“; lautet die Antowort. Das wünschen wir Euch allen in Dankbarkeit für Eure treue missionarische Unterstützung und senden viele Grüße!

Sr. Maria Chiara SSpS

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