Sr. Analucia und die Kräuter: Wenn die Schöpfung im Frühjahr neu erwacht…

2021-03-17 10:00

Diese Beschäftigung macht Sinn, Freude und ist wertvoll für die Gemeinschaft.

„Der Sonntag“ Wien/NÖ ost berichtet über Sr. Analucia und ihr Wirken im Klosterkräutergarten. Wir freuen uns, den Artikel auch auf unserer Homepage zu präsentieren:

 

Sr. Analucia von den Steyler Missionsschwestern im Kloster St. Koloman in Stockerau gibt Einblicke in ihre Arbeit im Kräutergarten. Aus den Kräutern macht sie wohltuende Teemischungen für die Klostergemeinschaft. Wer in diesem Jahr auf selbstangebaute Kräuter nicht verzichten möchte, sollte sich jetzt über den Anbau informieren.

Was wäre ein Klostergarten ohne Kräuterbeete mit den Kräutern für Tee und das Kräutersalz?“, fragt Sr. Analucia Waismayer von den Steyler Missionsschwestern in Stockerau. Die Ordensfrau freut sich auf das Wiedererwachen der Natur im wunderbaren Heilkräutergarten des Klosters St. Koloman.

Sr. Analucia ist seit 69 Jahren im Orden und übernahm nach ihrem aktiven Dienst als Diplomkrankenschwester die Arbeit an den Kräuterbeeten: „Diese Beschäftigung gibt dem betagten Leben einen neuen Sinn, macht Freude und ist für die Gemeinschaft wertvoll“, erzählt sie dem SONNTAG.

Den Frühstücks- und Jausentee für die Klostergemeinschaft stellt Sr. Analucia mit den aus dem Klostergarten geernteten und getrockneten Kräutern selbst zusammen. Das notwendige Wissen über die Heilpflanzen hat sie sich selbst erarbeitet.

Im Frühling beginnt auch schon die erste Ernte: „Bärlauch, Brennnessel und Löwenzahn zählen zu den ersten Frühlingsboten. Ihre reinigende Wirkung ist Allgemeinwissen“, sagt die Ordensfrau. Diese ersten Kräutergewächse des Frühjahrs werden gern in der Klosterküche verwendet: „Manche genießen Bärlauch auf dem Frühstücksbrot. Brennnesselknödel sind auch für manche ein Leckerbissen. Löwenzahnsalat ist ein Teil des Mittagessens“, berichtet Sr. Analucia.

Als „Dienerinnen des Heiligen Geistes“ - so der offizielle Name der Kongregation – sind die Steyler Missionsschwestern überzeugt, dass Gottes Geist in der ganzen Schöpfung und in jedem Menschen lebt und wirkt. Sr. Analucia nimmt diese vitalisierende Kraft bei ihrer Arbeit im Klostergarten jetzt besonders wahr: „Wenn im Frühjahr die Kräuter erwachen, wenn Minze und Melisse schon duften, bevor sie sprießen, wenn die Sonne scheint und die Vögel zwitschern – das belebt und erfreut Psyche und Geist.“

Im Klostergarten der Missionsschwestern befindet sich der legendäre Holunderbaum des hl. Koloman, der hier vor mehr als tausend Jahren erhängt wurde. Der Holunderbaum soll in seinem Wurzelstock auf die Zeit des hl. Koloman zurückgehen. „Auch der Holunderbaum hat eine besondere Heilwirkung“, sind die Schwestern überzeugt.

Welche Kräuter kann Sr. Analucia für den Anbau besonders empfehlen? „Schoko-Minze, Apfelminze, Grüne Minze sind pflegeleicht und wachsen gut in unserem Garten. Ebenso Melisse und Zitronen-Melisse. Minze und Melisse sind fixer Teil der Teemischung bei uns im Kloster“, berichtet Ordensfrau, die den Leserinnen und Lesern des SONNTAG auch ein Rezept für Hustentee zur Verfügung stellt.

Salbei und Schafgarbe sammelt sie für die speziellen Bedürfnisse der Mitschwestern, Spitzwegerich und Thymian als Beigabe für Tee in der kühlen Jahreszeit. „Wir haben uns auch sehr gefreut, als der Linden-Baum das erste Mal blühte – nach zehn Jahren. Laut Kräuterbuch sind dies wertvolle Beigaben zum Hustentee“, berichtet sie.

Besonders empfiehlt sie zudem die Odermennig-Pflanze: „Eine Odermennig-Kamille-Mischung (2 Teile Kamille und 3 Teile Odermennig) ist ein Magen-Darm-Tee mit wohltuender Wirkung.“ Auch über die Ringelblume mit den leuchtenden Blüten freuen sich die Schwestern bei ihren Spaziergängen durch den Garten. „Sie wird bei uns für Tee und Salbe zur Hautpflege verwendet“, sagt Sr. Analucia, die mit Vorfreude dem Erblühen des Gartens entgegenblickt.

 

Text: Sr. Analucia SSpS; Der Sonntag. Wien &NÖ ost, Agathe Lauber-Gansterer

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