Die Brücke ist eingestürzt!

2018-03-29 15:43

Sr. Ingeburg schickt Ostergrüße aus Malala:

Ihr habt einen sehr kalten Winter hinter Euch. Das können wir im Fernsehen miterleben und sind dankbar, weit weg von diesen Temperaturen zu sein. Wir haben es immer heiß, aber eine solche Hitze wie heuer, habe ich in all den Jahren nicht erlebt. Auch die Regenzeit ist viel stärker und richtet großen Schaden an.
Im Hochland war ja ein sehr starkes Erdbeben, 7,5 auf der Richterskala. Man weiß gar nicht wieviel Tote es wirklich sind, denn ganze Täler sind durch die entstandenen Erdrutsche einfach zugeschüttet worden und die Menschen liegen unter Schutt begraben. Es gibt ja viele tiefe Täler, nur Bach, Landweg und kleinere und größere Siedlungen links und rechts des Flussbettes. Die steilen Abhänge, mit Urwald bewachsen, sind durch Erschütterung einfach abgerutscht.
Wir hier in Malala hatten auch ein Desaster. Eine Brücke über einen großen Fluss zwischen uns und der Stadt Madang ist eingestürzt. Der Fluss kann nicht überquert werden. Es war eine große Frage, ob wir die Schule öffnen oder nicht, aber der Erzbischof drängte sehr, den es sind mehr als 800 Studenten, die benachteiligt wären.
Von hier in Malala sind es ca. 120km bis zum Fluss und vom Fluss nach Madang 50km. Wir wussten nicht, wie wir das schaffen. Aber wir versuchen nun mit einem Lastwagen von Madang bis zum Fluss zu liefern und dann alles durch kleine Motorboote um die Flussmündung auf unserer Seite zu bringen, von wo wir es wieder umladen auf unseren Lastwagen hier, und zur Schule liefern. Die Arbeit kann man sich kaum vorstellen, denn alles muss gebracht werden. Die ersten acht Wochen haben wir überstanden. Nun sind eine Woche Ferien für die Studenten. Sie gehen heim und kommen eine Woche nach Ostern wieder zurück. Wir leben einfach von Woche zu Woche, denn da ist keine Aussicht auf eine neue Brücke. Auf unserer Seite des Flusses leben ungefähr 30,000 Menschen. Auch für sie ist es sehr schwer. Wir beten um Geduld für alle und hoffen auf bessere Zeiten.
Sonst geht es uns hier gut. Wir sind 4 Schwestern. Sr. Edith ist noch fest im Unterricht und Sr. Gertrudis, eine junge Indonesische Mitschwester, unterrichtet Religion. Sr. Stephanie, eine zeitliche einheimische Schwester hilft mit Sozialarbeit. Und ich bin ja pensioniert und Mädchen für alles. Passt mir sehr gut. Habe viel Zeit zum Nichtstun. Das passt mir auch, denn da kann ich beten und lesen und auch viel mit den Menschen sein, die ja immer rundherum sind. Das Leben ist eben auch im Alter schön und liebenswert. Ich freue mich auf jeden Tag und danke beim Aufstehen, dass ich wieder einen Tag geschenkt bekomme. Ja man könnte den ganzen Tag nur danken für alles was auf uns zukommt täglich und zugekommen ist in den vielen, vergangenen Jahren. Der liebe Gott ist einfach so großzügig und er ändert das nie. Wir brauchen nur zu glauben.
Nun aber wünsche ich Euch allen ein ganz gesegnetes Osterfest, viel Freude und Frieden. Jesus ist auferstanden und immer bei uns. Das ist das größte Geschenk, das uns der Vater schenken konnte. In Ihm leben auch wir. Er ist unsere Kraft und unsere Zuversicht. Er ist unser Leben.

Dankbar immer, 
Eure
Sr. Ingeburg SSpS

Zurück