Die Babenberger, Melk und der Hl. Koloman

Vor mehr als 1000 Jahren kamen die Babenberger, das erste Herrschergeschlecht Österreichs nach Melk. Eine Burg, die im Besitz eines bayrischen Grafen namens Sizzo war, wird erstmals um 830 erwähnt und mit dem Namen Melk in Verbindung gebracht. Leopold I., wurde vom Kaiser mit einem schmalen Streifen entlang der Donau - etwa zwischen den Zuflüssen Enns und Traisen - belehnt, in dessen Mitte die Burg lag.

Leopold I. eroberte sie und machte sie zu seiner ersten Hauptburg. Melk war von nun an mit den seit 976 regierenden Babenbergern sowie mit der von ihnen beherrschen Marca Orientalis des Heiligen Römischen Reiches untrennbar verbunden. Diese Mark wurde als „Ostarrichi" bezeichnet und
ist die Keimzelle des heutigen Österreich.

Im Laufe der nächsten hundert Jahre etwa hat die Melker Burg an Bedeutung verloren, da die Babenberger ihren Herrschaftsbereich in Richtung Osten - Tulln, Klosterneuburg, Wien - ausdehnten.

tl_files/missionsschwestern/file_uploads/gemeinschaften/babenberger,koloman.jpgIn Melk aber waren einige der ersten Babenberger bestattet und diese bedeutende Begräbnisstätte des Herrschergeschlechtes sollte nicht vernachlässigt werden, sondern in geistliche Hände kommen.
Das war wohl mit ein bedeutender Grund dafür, dass hier ein Kloster gegründet wurde.

In die erste Zeit der Babenberger an ihrer Melker Burg fallen zwei wichtige Ereignisse.

Im Jahre 1014 ließ Heinrich I. den der Legende nach unverwesten Leichnam des heiligen Koloman in die Burg bringen.

Der heilige Koloman war ein irischer Königssohn, der die Nachfolge seines Vaters, des Königs von Irland, nicht antreten wollte.

Koloman zog es vor, den Königshof zu verlassen, und wollte in das Heilige Land pilgern. Sein mühsamer Weg endete in der Nähe von Wien, in Stockerau, wo er von verängstigten Bauern auf freiem Felde aufgegriffen wurde. 
Da diese Gegend immer von Einfällen der Ungarn betroffen war, wurde Koloman, weil er auch anders aussah und eine fremde Sprache hatte, für einen Spion gehalten. Deswegen wurde er nach einer grauenvollen Folter
auf einem Holunderbaum erhängt. Aber siehe da, der Holunderbaum trieb plötzlich frische Blätter und Blüten.
Dies wurde natürlich als Wunder gedeutet und Koloman als Heiliger angesehen. Nun hatten die Babenberger in Melk einen Heiligen in ihrem Land und sie ließen seinen Leichnam in ihre Burg bringen und in Melk bestatten.

Im Jahre 1040 kommt eine kleine Kreuzpartikel des Kreuzes Christi zu den Babenbergern. Jetzt ist es klar, dass die Herrscher nicht nur vom Kaiser belehnt worden sind, sondern dass diese Belehnung auch die Bestätigung von „oben" bedeutete: Jetzt sind sie von Gott und Kaiser anerkannte Herrscher. Der heilige Koloman war somit der erste Landespatron von Österreich und blieb dies bis 1663, als Leopold III., der 1485 heilig gesprochen worden war, zum Landespatron erhoben wurde.

Das Grab des heiligen Koloman befindet sich in der Stiftskirche und wird besonders am 13. Oktober verehrt. Das Kreuzpartikel ist bis heute Teil des bedeutsamen sogenannten Melker Kreuzes.

 

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